Pensionskasse Musik und Bildung

Die Vorlage
im Detail

Die nachfolgende Aufstellung zeigt die wichtigsten Massnahmen der Altersreform 2020 und ihre Auswirkungen für die Versicherten. Im Bereich der 2. Säule wird, wo zutreffend, auf spezifische Änderungen für die Versicherten der Pensionskasse Musik und Bildung hingewiesen:


(Quelle: www.bsv.admin.ch)

Massnahmen der Altersvorsorge 2020

1. und 2. Säule – AHV und Berufliche Vorsorge BVG

Erhöhung des Referenzalters der Frauen auf 65 Jahre

Das Referenzalter (ordentliches Rentenalter) der Frauen wird sowohl in der AHV wie auch in der beruflichen Vorsorge von 64 auf 65 Jahre erhöht. Die Erhöhung beginnt mit Inkrafttreten der Reform und erfolgt schrittweise um jeweils drei Monate pro Jahr. Nach einer Übergangsphase von drei Jahren gilt somit ab 2021 für Frauen und Männer ein einheitliches Referenzalter von 65 Jahren.

1. Säule – AHV

Flexibler Rentenbezug ab 62 – 70

Neu ist der Rentenbezug in der AHV zwischen 62 und 70 Jahren möglich, es besteht zudem die Möglichkeit für einen Teilrentenvorbezug bzw. -aufschub. Die Kürzungs- bzw. Aufschlagsätze werden entsprechend der höheren Lebenserwartung gesenkt.

(Quelle: www.bsv.admin.ch)

Erwerbstätigkeit ab dem Referenzalter

Aufhebung des bisherigen Freibetrags bei Ausübung einer Erwerbstätigkeit im Rentenalter (Referenzalter) und Berücksichtigung der nach dem Rentenalter einbezahlten Beiträge. Rentnerinnen und Rentner, die weiterarbeiten, bietet sich die Möglichkeit, bis zum 70. Altersjahr einmal eine Neuberechnung der Rente zu verlangen.

Ausgleichsmassnahmen in der AHV

Zusätzlich zu den Massnahmen im BVG sind auch in der AHV Massnahmen vorgesehen, um die Senkung des Umwandlungssatzes und die Erhöhung des Referenzalters der Frauen abzufedern.

  • Zuschlag von 70 Franken pro Monat auf alle neu entstehenden Altersrenten der AHV ab Inkrafttreten der Reform;
  • Erhöhung des Plafonds für Ehepaare von 150 auf 155 Prozent der Maximalrente;
  • Erhöhung der AHV-Beiträge um 0,3 Prozentpunkte ab 2021 zur Finanzierung der obengenannten Verbesserungen.
Finanzierung der AHV

Die folgenden Massnahmen tragen zur Sicherung der Finanzierung der AHV bei:

  • Der Bund trägt weiterhin 19.55 Prozent der Ausgaben der AHV, der bisherige Anteil von 17 Prozent am Ertrag des Demografieprozentes (zusätzliches Mehrwertsteuerprozent seit 1999) wir nun vollumfänglich der AHV zugewiesen.
  • Zusatzfinanzierung der AHV über 0,6 Prozentpunkte der Mehrwertsteuer in zwei Schritten
    • 0,3 Punkte im 2018 durch Übertragung der IV-Zusatzfinanzierung an die AHV
    • 0,3 Punkte im 2021 zusätzlich (Erhöhung der Mehrwertsteuer)
  • Über die Zusatzfinanzierung wird das Volk separat abstimmen. Sie ist aber an andere Massnahmen der Reform geknüpft und kann nur dann umgesetzt werden, wenn das gleiche Referenzalter für Frauen und Männer gilt. Damit Reform und Mehrwertsteuererhöhung wirksam werden, müssen beide Vorlagen angenommen werden.
  • Der Bundesrat ist verpflichtet (bisher nicht zwingend), das finanzielle Gleichgewicht der AHV zu überwachen und der Bundesversammlung Stabilisierungsmassnahmen vorzuschlagen, wenn der Stand des Ausgleichsfonds innerhalb der nächsten drei Jahre unter 80 Prozent (bisher 100 Prozent) einer Jahresausgabe zu fallen droht.

2. Säule – Berufliche Vorsorge BVG

Flexibler Altersrücktritt in der 2. Säule

Das aktuell gültige Gesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) kennt keine Bestimmungen zum flexiblen Rentenalter. Zahlreiche Vorsorgeeinrichtungen wie auch die Pensionskasse Musik und Bildung sehen in ihren Reglementen jedoch einen flexiblen Altersrücktritt vor.

In der Altersvorsorge 2020 wird der Altersrücktritt in der 2. Säule wie folgt geregelt:

  • In Analogie zu AHV ist ein flexibler Bezug von Altersleistungen in der 2. Säule zwischen 62 und 70 Jahren möglich;
  • Das frühestmögliche Rücktrittsalter wird von 58 auf 62 Jahre angehoben. Die Vorsorgeeinrichtungen können ein Mindestalter von 60 Jahren festlegen, sofern das reglementarische Referenzalter nicht über 65 Jahre liegt;
  • Es besteht keine Beitragspflicht bei Weiterführung der Erwerbstätigkeit nach dem Referenzalter, die Vorsorgeeinrichtungen können aber den Versicherten die Möglichkeit geben, den Sparprozess fortzusetzen.
Senkung des BVG-Mindestumwandlungssatzes

Der heute gültige Mindestumwandlungssatz von 6,8 Prozent für den obligatorischen Teil der beruflichen Vorsorge wird auf 6,0 Prozent gesenkt. Die Reduktion erfolgt ein Jahr nach Inkrafttreten des Gesetzes, d.h., ab 2019 in vier Schritten von je 0,2 Prozentpunkten pro Jahr bis 2022.

Massnahmen im BVG zum Erhalt des Rentenniveaus

Das Gesetz sieht Massnahmen vor, um die Senkung des Umwandlungssatzes abzufedern und das Rentenniveau zu halten und die berufliche Vorsorge im tiefen bis mittleren Einkommensbereich sowie für Teilzeitbeschäftigte zu verbessern:

  • Senkung und Flexibilisierung des Koordinationsabzugs: 40 Prozent des Jahreslohnes, jedoch mindestens die minimale AHV-Rente (2017: 14‘100 Franken) und höchstens ¾ der maximalen AHV-Rente (2017: 21‘150 Franken).
  • Anpassung der Altersgutschriftensätze:
    • 7 Prozent für 25- bis 34-Jährige (unverändert)
    • 11 Prozent für 35- bis 44-Jährige (+1 Prozentpunkt)
    • 16 Prozent für 45- bis 54-Jährige (+1 Prozentpunkt)
    • 18 Prozent für 55- bis 65-Jährige (unverändert)
  • Zuschüsse für die Übergangsgeneration (45 Jahre oder älter ein Jahr nach Inkrafttreten des Gesetzes) durch den Sicherheitsfonds BVG.
Verbesserung der Transparenz im Geschäft der beruflichen Vorsorge der Lebensversicherer

Im Gesetz sind verschiedene Massnahmen vorgesehen, um die Transparenz im Geschäft der beruflichen Vorsorge der Lebensversicherer zu erhöhen:

  • Mit der Einführung einer Rentenumwandlungssatzgarantieprämie sollen allfällige Einbussen kompensiert werden, die ein zu hoher Umwandlungssatz für die Versicherer zur Folge hätte.
  • Grundsätze zur Aufteilung der Überschussbeteiligung sollen intransparente Umverteilungen vermeiden. So sollen die Überschüsse nicht an Dritte gehen, sondern müssen jenen zukommen, mit deren Geld sie erzielt werden.
  • Zur Bekämpfung von Missbräuchen dürfen die Risikoprämien der Lebensversicherer den aufgrund der Schadenstatistik zu erwartenden Schaden nicht um mehr als 100 Prozent übersteigen.